Autorin: Claudia Plaum
Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der 200. Ausgabe (Juni 2026) des Komm mit!
Leicht geänderte Fassung.
Inhalt
- Kirchenlamitz
- Marktleuthen
- Oberkotzau
- Röslau
- Schönwald
- Schwarzenbach a.d. Saale
- Sparneck
- Bad Weißenstadt am See
- Zell im Fichtelgebirge
Kirchenlamitz
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 6 und 7 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Der Kirchenlamitzer Stadtrat entschied sich im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit für drei Impulsprojekte; in Komm mit!-Ausgabe 10, Juli 2007 war zu lesen (Auszüge): „In Kirchenlamitz bestehen größere Brachflächen bei der ehemaligen Firma Winterling. Gemeinsam mit der Stadt Schwarzenbach a.d. Saale geht man die Nutzung der in beiden Städten vorhandenen Winterlingbrache* an, ein Ideenwettbewerb mit baulicher und ökonomischer Machbarkeitsstudie wurde bundesweit ausgelobt.“ – Ein nachhaltiges Konzept für die Belebung des Marktplatzes erhielt die Dinglichkeitsstufe zwei. — „Mit dem bereits bestehenden Steinbruchweg wurde der Grundstein zu einem Konzept gelegt, welche den Ausbau des Tourismus nach sich ziehen könnte. Bei Schaffung der notwendigen Infrastruktur und weiteren Attraktionen wie beispielsweise einem Hochseilgarten, Granitlabyrinth, Klettermöglichkeiten und einem Campingplatz ließe sich einiges tun rund um den Epprechtstein!“, so die Meinung aus dem damaligen Arbeitskreis Freizeit / Tourismus unter Leitung von Sandra Licht und Mathias Behrens Egge (BTE, Hannover).
In den zwanzig Jahren seit Gründung des NöFi-Verbundes erleben wir eine durchaus positive Entwicklung.
Jens Büttner
1. Bürgermeister von Kirchenlamitz
Der heutige Bürgermeister Jens Büttner mit Blick auf die Zusammenarbeit im Interkommunalen Verbund: “Neben den realisierten Projekten und Maßnahmen profitieren wir vom Austausch mit den Kollegen, egal ob Bürgermeister, Bauhof oder Kämmerer. Mit dem Blick über den ‚eigenen Gartenzaun’ hinaus können wir immer wieder auch von den Erfolgen der Nachbarn lernen. Darauf können wir gemeinsam stolz sein!“

Mit großer Unterstützung des Freistaats Bayern mit Städtebaufördermitteln und Einbeziehung des Denkmalschutzes gelang es im Juli 2023, den lange leerstehenden Goldnen Löwen mit neuem Leben zu füllen und einen barrierefrei zu erreichenden Ort der Begegnung mitten im Herzen von Kirchenlamitz zu schaffen. 1. Bürgermeister Jens Büttner: „Der Goldne Löwe ist das Musterbeispiel für erfolgreiche Sanierung und Leerstandsbelebung im Ortskern. …
Das NöFi hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass etliche erfolgreiche Projekte in Kirchenlamitz realisiert werden konnten.
Jens Büttner
1. Bürgermeister von Kirchenlamitz
… Nur durch den Zusammenschluss [der NöFi-Kommunen] haben wir Zugang zu den wichtigen Fördermitteln. Mit dem kommunalen Förderprogramm können wir auch weiterhin private Eigentümer und Investoren unterstützen.“
Ein paar Highlights in Sachen Tourismus: Das Bauernhofcafé Großschloppen eröffnete 2017 und wurde zum Publikumsmagneten, Gästezimmer und Ferienwohnungen entstanden nicht nur hier, sondern auch in der Kernstadt. Das Granitlabyrinth am Epprechtstein (Idee: Willi Seiler, Umsetzung: Architekt Peter Kuchenreuther) wurde im Jahr 2009 aus 180 imposanten Granitquadern erbaut. Kuchenreuther entwarf auch das vielseitig bespielbare Infozentrum Epprechtstein in unmittelbarer Nähe. 2023 eröffneten Marcel und Martina Schlenker den Fichtelpark, einen Platz für Wohnmobilisten, Camper und Freunde des Glampings.
Zur Internetseite von Kirchenlamitz
* Zur Info: Nicht nur zwei, sondern vier Gemeinden, die von den Brachen der ehemaligen Winterling-Porzellan AG (1999 in In solvenz) dominiert wurden, taten sich zusammen. So wurde Ende 2013 das gKU Winterling Immobilien gegründet, eine Anstalt des öffentlichen Rechts der Kommunen Arzberg, Kirchenlamitz, Röslau und Schwarzenbach a. d. Saale. In allen vier Gemeinden wurden nach einem Masterplan die Gebäude für Neunutzungen ertüchtigt, Parzellen neu zugeschnitten und Altlasten beseitigt, Mieter und Käufer geworben. Das Projekt wird unterstützt durch die Regierung von Oberfranken mit Hilfe der Städtebauförderung.
Marktleuthen
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 8 und 9 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Der damalige Bürgermeister Helmut Ritter stellte 2007 für Marktleuthen diese Fragen: „Wie kann der örtliche Fremdenverkehr ausgebaut werden, wie könnte eine Neuausrichtung des Freibades Großwendern aussehen?“ – Zudem wünschte man sich als weiteres Impulsprojekt nach Rückbau des Gasthofs zur Post eine Neunutzung des Areals. Heute findet sich hier eine schöne Streuobstwiese – nichts erinnert mehr an diesen Leerstand; in unmittelbarer Nähe entstand erst kürzlich ein Kreisverkehr, der die Verkehrssituation vor der Grundschule klärt.
Wir haben viele Erfolge mit dem Stadtumbaumanagement [des NöFi] und dem Leerstandsmanagement erreicht.
Sabrina Kaestner
1. Bürgermeisterin von Marktleuthen
In Marktleuthen ist in 20 Jahren einiges passiert, hier nur einige Highlights: Die topmoderne Stadtapotheke eröffnete am neuen Standort in der Ortsmitte, nebenan das schön gestaltete Heimatarchiv mit einer Bushaltestelle. 2016 entstand der Edeka-Markt, an die Kernstadt angebunden durch die überdachte Egerbrücke. Der neue Egerradweg holt ebenfalls Rad-Touristen in und durch die Stadt, eine Wassertretstelle findet sich stadtauswärts Richtung Hebanz mitten in der Eger. Das Freibad Großwendern ist ein Kleinod, auch Bürgermeisterin Sabrina Kaestner gehört zu den Fans der Naturbadestelle.

Ein noch viel größerer Magnet ist der Egerauenpark geworden, der den Wunsch nach mehr Tourismus in Marktleuthen mehr als erfüllt. Hier entstand 2008 ein Wohnmobilstellplatz (betreut, 12 Plätze) mit Sanitärgebäude und einem Freizeitbereich mit Wasserspielplatz, Grillplatz, Pavillon und Bücherzelle, der Gästen und Einheimischen als Naherholungsgebiet dient. Der Wasserspielplatz wurde im Rahmen der Neugestaltung und Erweiterung um Attraktionen wie einem Dinosaurier-Ausgrabungsfeld 2021 fertiggestellt. Er ist ein beliebtes Ziel für Familien, die auch aus anderen Kommunen herkommen. Wie gut, dass die Eisdiele nicht weit ist. Die beliebten Egerparkkonzerte bringen im Sommer Musik in die Egerauen.
Ich bin stolz, dass wir konstant bei den TOP-Wohnmobilstellplätzen Deutschlands unter den ersten 10 gelistet sind.
Sabrina Kaestner
1. Bürgermeisterin von Marktleuthen
„Unser Wohnmobilstellplatz ist auf gleichbleibend gutem Niveau!“, freut sich die heutige Bürgermeisterin Sabrina Kaestner, „Wir begrüßen Jahr um Jahr eine Mischung aus Stamm- und Neugästen, insgesamt haben wir hier ca. 3.500 Übernachtungen.“ Die Feedbackkarten der Gäste sind sehr positiv. Der erste Platzbetreuer Robert Schirmer war sehr beliebt und auch sein Nachfolger, Bernd Heimerl bekommt, genau wie alle Stellvertreter, viel Lob. Das macht es aus: Immer gibt es ein herzliches Willkommen!
„Wir haben viele Erfolge mit dem Stadtumbaumanagement und dem Leerstandsmanagement erreicht, Sanierungen sorgen für eine schöneres Stadtbild, eine schönere Atmosphäre, das ist auch gut für den Tourismus. Wir neun Kommunen beschäftigen uns mit dem Thema, weil es uns alle betrifft. Der Vorteil vom Stadtumbaumanagement [des Nördlichen Fichtelgebirge] ist enorm, es gibt konkrete Ansprechpartner, Leerstandsmonitoring findet statt und das Thema Städtebauförderung ist hier in guten Händen. All diese Dienstleistungen sind aus unseren Rathäusern kaum möglich. Die beiden Büros begleiten gut, wir bündeln unsere Kräfte, es gibt viel weniger Reibungsverluste!“, lobt Bürgermeisterin Sabrina Kaestner.
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Oberkotzau
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 16 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

„Wir sollten die Wohnattraktivität unseres Marktes weiterentwickeln und die bestehende Wirtschaftskraft pflegen und erhalten“, so wurde der damalige Bürgermeister Ernst Schrödel in Komm mit!-Ausgabe 7, April 2007 zitiert. Galt Oberkotzau damals noch oft als Wohnstadt vor den Toren Hofs, so kann die Marktgemeinde heute mit Fug und Recht behaupten, viele Orte mit Aufenthaltsqualität geschaffen zu haben. Auch das lang ersehnte Café gibt es heute beim Backhaus Kutzer in der Hofer Straße. Das Oberkotzauer Freibad ist ein Geheimtipp in der Region, neue Unternehmen siedelten sich an, der Jugendtreff bietet ein abwechslungsreiches Programm. Ein Publikumsmagnet ist der Fernweh-Park mit den Rubriken Signs of Fame, Hands of Fame und Stars of Fame. Hinter der Ideologie des Fernweh-Parks steht der Wunsch nach einem friedvollen Miteinander. Hier und auch in der Kernstadt hat sich in den vergangenen 20 Jahren ein buntes kulturelles Leben mit vielen Veranstaltungen entwickelt.
Der heutige Bürgermeister Stefan Breuer zur Entwicklung der Summa-Brache in den letzten Jahren: „DAS Impulsprojekt unserer Gemeinde war die damalige Summa-Brache. …
Ich denke, dass wir die Entwicklung des gesamten Summa-Areals durchaus als Erfolgsgeschichte darstellen können.
Stefan Breuer
1. Bürgermeister von Oberkotzau
… Unser Wohnmobilstellplatz mit rund 2.100 Übernachtungen im Jahr und zahlreichen Auszeichnungen, zuletzt Pro Platz 2025, dem Fernweh Park mit Gästen aus der ganzen Welt und seinem Schirmherren Bülent Ceylan (er besucht diesen regelmäßig). Er ist darüber hinaus Veranstaltungsort von Konzerten, Gottesdiensten etc. und nicht zuletzt entstand der Summa-Park, der jährlich von zahlreichen Menschen aus der gesamten Region besucht wird.“
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Röslau
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 10 und 11 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Mit Beginn der interkommunalen Zusammenarbeit gab es mehrere Büros, die u.a. zu den Aspekten Einzelhandel, Tourismus, Wirtschaft und Verwaltung für das NöFi tätig waren. Auch die Bürger waren mehrmals aufgerufen, sich zu beteiligen. Arbeitskreisleiterin Sigrid Ziesel von der WGF-Werkgemeinschaft Freiraum, Nürnberg in Komm mit Nr. 6, März 2007: „Nach einem langen Winter sehnt man sich wieder nach Aufenthalten in der freien Natur. Spaziergänge entlang der Eger, das Verweilen auf einer Bank am Zwölfgipfelblick, die Aussicht, bald wieder das Thusfest in eindrucksvoller Umgebung feiern zu können, das alles ist für die Röslauer auf kurzem Wege möglich und eigentlich nichts Besonderes. Dabei ist die Landschaft des Nördlichen Fichtelgebirges, die Natur- und Kulturlandschaft, alles andere als gewöhnlich. Wer sich den Blick dafür bewahrt hat, sieht Parks in den Städten, Wiesenfestplätze in allen Ortslagen, historische Anger mit Quellmulden in den Dörfern. Überall Landschaft- und Freiraumqualitäten, die für den anstehenden Strukturwandel und Stadtumbauprozess mit eine entscheidende Rolle spielen, sowohl für die bessere Positionierung im Tourismus- und Freizeitsektor als auch für die Entwicklung hin zu einer familien- und seniorenfreundlichen Region. Auch für die Ansiedlung von Arbeitsplätzen spielen heute die so genannten weichen Standortfaktoren eine gewichtige Rolle.“
Entscheidend ist, dass man sich der vorhandenen Freiraumqualitäten bewusst ist, sie pflegt, modifiziert und nutzt.
Sigrid Ziesel
WGF-Werkgemeinschaft Freiraum [Zitat 2007]
Die Naturnähe hat sich Röslau behalten, die Gemeinde sorgte dafür, dass auch der Nachwuchs bestmöglich betreut wird – das wird deutlich am Kindergartenneubau. Röslau hat nun auch eine Mitte, eine Mitte, die nicht einfach nur durch den Rathausvorplatz geprägt ist, sondern durch den neu gestalteten Mehrgenerationenplatz, der von Alt und Jung im Sommer wie im Winter genutzt wird. Im Sommer bietet das Dach Schatten und der kleine Brunnen eine schöne Erfrischungsmöglichkeit. Im Winter trifft man sich an der von jeweils verschiedenen Vereinen bewirteten Glühweinhütte. Der damalige Bürgermeister Gerald Schade hatte 2007 dieses Röslauer Impulsprojekt an die erste Stelle gesetzt: „Unser Hauptprojekt ist die Sanierung und Umwandlung einer Abrissbrache in einen Mehrgenerationenplatz.“

Auch die Umgestaltung des Geländes der „Pappenfabrik“ (1894–1972), die nach Abbruch und Bodensanierung 2022/2023 erfolgte, bescherte Röslau ein Kleinod in Sachen Fremdenverkehr und Naherholung: Ausgestattet ist das Freizeitgelände mit Infotafeln, PKW- und Wohnmobilstellplätzen, WCs, einem barrierefreien Weg, Sitzgelegenheiten, Bewegungspark, einem wunderschönen Blick in die Egerauen und einem Zugang in die Eger. Der Egerradweg verläuft oberhalb des Geländes. Die genannten Maßnahmen wurden aus verschiedenen Fördertöpfen durch die Regierung von Oberfranken gefördert. Geht man weiter, gelangt man ins Thus, wo jedes Jahr am Pfingstmontag am aktivierten Wasserfall das Thusfest gefeiert wird.
Der heutige Bürgermeister Heiko Tröger: „In unserem wunderschönen Fichtelgebirge mussten schon immer außergewöhnliche Wege beschritten werden, um letztendlich zum Wohle unserer Bevölkerung ans Ziel zu gelangen. …
Die gute interkommunale Zusammenarbeit im NöFi zeigt, dass wir gemeinsam viel erreichen konnten und weiterhin können.
Heiko Tröger
1. Bürgermeister von Röslau
Wir können stolz auf das Erreichte sein – und ebenso dürfen die Röslauerinnen und Röslauer mit Recht stolz darauf sein, wie sie die umgesetzten Projekte durch ihr ehrenamtliches Engagement mit Leben erfüllen. Mein herzlichster Dank gilt allen, die diese starke Gemeinschaftsleistung möglich gemacht haben und weiterleben.“
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Schönwald
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 12 und 13 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

In Ausgabe 5, Februar 2007, erschien diese Einschätzung aus dem Büro für Städtebau und Architektur Dr. Holl (gekürzt): „Ein weiteres wichtiges Erfordernis stellt in einer schrumpfenden Stadtumbau-Gemeinde wie Schönwald die Stärkung des Ortskerns dar, wo im Sinne einer kompakten Stadt alle wichtigen Funktionen konzentriert und ein Höchstmaß an Urbanität gewährleistet werden sollten. Da Schönwald bislang über kein deutlich erkennbares Ortszentrum verfügt, stellt gerade hier die Schaffung einer neuen Mitte, in der sich urbanes Leben entfalten kann, eine besondere Zukunftsaufgabe dar. Ein wesentlicher Beitrag … soll durch die Einrichtung eines Seniorenheims in Nähe des Festplatzes geleistet werden.“
Diese Einschätzung nahm die Kommune ernst und der damalige Bürgermeister Robert Frenzl vermeldete nach erfolgreichem Stadtratsbeschluss damals: „Die Stadt Schönwald wird als erstes Impulsprojekt zur Aufnahme in das Förderprogramm „Stadtumbau West“ die Neugestaltung der Ortsmitte anmelden. In diesem Bereich soll das geplante Seniorenheim gebaut werden und die verbleibenden Freiflächen sollen als Multifunktionsplatz gestaltet werden…“

Und in der Tat, dieser Bereich hat sich enorm verändert: Hier trifft man sich, das Café Sohns siedelte sich hier an, die komplette Fläche wurde attraktiv gestaltet. Leben ist ein gekehrt in die Mitte Schönwalds, das Seniorenheim Haus Perlenbach, eine Einrichtung der BeneVit Pflege in Bayern GmbH, entstand. Ein Musterbeispiel für die Umsetzung eines Impulsprojektes, das immer weiter ausgebaut wurde: Veranstaltungen und Märkte finden hier statt. Der außergewöhnliche Spielplatz erfreute gleich von Anfang an, eine Bücherzelle, ein Trampolin, Liegestühle, ein Wohnmobilstellplatz, der Jugend-Container kamen hinzu.
Das Erreichte erfüllt mich heute mit Dankbarkeit – vor allem dort, wo Zusammenhalt, Engagement und gegenseitige Unterstützung spürbar wurden.
Klaus Jaschke
Ehemaliger 1. Bürgermeister von Schönwald
Der kürzlich aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Klaus Jaschke: „Nach zwölf Jahren im Amt kommt für mich nun der Moment, in dieser Funktion Abschied zu nehmen. Diese Zeit war für mich eine intensive, prägende und oft auch sehr persönliche Reise. Ich blicke auf viele Begegnungen, Gespräche und Projekte zurück. Es war für mich weit mehr als nur eine berufliche Aufgabe, unsere Stadt in meiner Funktion als Bürgermeister mitgestalten zu dürfen, Entwicklungen anzustoßen und Verantwortung zu tragen. Vieles wurde erreicht und dabei galt es auch, neue Wege zu gehen. Nicht jede Entscheidung war einfach, nicht jedes Vorhaben konnte umgesetzt werden. Fehlende Finanzmittel, politische Prozesse und unterschiedliche Interessenlagen können mitunter mühsam und frustrierend sein – das ist uns allen bekannt. Das Erreichte erfüllt mich heute mit Dankbarkeit – vor allem dort, wo Zusammenhalt, Engagement und gegenseitige Unterstützung spürbar wurden. Entsprechend positiv habe ich auch unsere Zusammenarbeit erlebt.“
Sein Nachfolger, der neue Bürgermeister Markus Korlek: „Schönwald hat sich in den vergangenen 20 Jahren sichtbar weiterentwickelt. …
Viele Maßnahmen sind durch Förderprogramme, aber auch durch eigenes Engagement und private Investitionen entstanden.
Markus Korlek
1. Bürgermeister von Schönwald
… Leerstände wurden beseitigt und die Stadtmitte belebt. Ein aktuelles Beispiel ist das Bavistro, bei dem geplant ist, die Fassade zu sanieren und eine Terrasse zu schaffen – ein weiterer Impuls für unsere Stadtmitte.“
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Schwarzenbach a.d. Saale
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 14 und 15 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

2007 wurde in Schwarzenbach die neu gestaltete Bahnhofstraße eingeweiht. Im Rahmen einer Dialogplanung, bei der die Bürger gemeinsam mit Planern die Gestaltung selbst in die Hand nahmen, erhielt der Maxplatz, an dem sich heute das Erika-Fuchs-Haus befindet, seinen Platzcharakter zurück und aus der früheren Durchgangsstraße entstand eine Tempo-30-Zone. Noch befinden sich dort einige leerstehende Ladengeschäfte, aber man hoffte darauf, dass das attraktive Stadtbild künftig Händler anziehen werde. Das Schwarzenbacher Impulsprojekt war also folgerichtig die Belebung der Innenstadt.
Großes Potenzial auf interkommunaler Ebene sehe ich auch bei den touristischen Projekten.
Alexander Eberl
Ehemaliger 1. Bürgermeister von Schwarzenbach a.d. Saale [Zitat 2007]
Bürgermeister a. D. Alexander Eberl in Komm mit!-Ausgabe 4, 2007: „Zunächst obliegt die Auswahl der Projekte natürlich dem Stadtrat und ist abhängig von der weiteren finanziellen Entwicklung. Daher kann ich hier nur meine persönliche Meinung wiedergeben. Der Wunsch nach Kommunikationsplätzen im Zentrum war ein ganz wesentliches Ergebnis der Workshops. Unser Rathaushof, der durch die Hochwasserfreilegung ohnehin verändert wird, müsste daher eines unserer nächsten Projekte sein. Bereits erste Erfolge erzielen konnten wir bei der Revitalisierung der Winterling-Brache, hier konnte eine Etage des Bürogebäudes vermietet werden. Gemeindeübergreifend ist für mich ein wesentlicher Punkt die stärkere Zusammenarbeit der Verwaltungen. …“ – Mit Mehrheit hatte der Stadtrat dann später sein Einverständnis zu der Planung „Altstadtquartier Rathausumfeld“ erteilt.
Auch der Edeka-Markt wanderte vom Außenbereich auf das so genannte Böhmgelände und war einer der ersten in der Region, der in ansprechender Holzoptik und Fenstern gebaut wurde. Ein Café mit Außensitzplätzen entstand, nebenan ein Spielplatz. Die Rathaushofumgestaltung, die Hochwasserfreilegung mit ihren die Saale begleitendenden Wegen, die Gestaltung der Hellersinsel und nun die Entstehung eines Wasserspielplatzes neben der ehemaligen Stegmühle machen die Saale zum Erlebnisraum, der sich auch in Richtung Hertelsleite fortsetzt. Italienischer Abend, Himmelfahrts-Biergarten, Stadtfest, Hofer Symphoniker, Glühweinparty und Frühlings‑, Herbst- und Weihnachtsmarkt beleben das große Areal. Auch ein modernes WC-Gebäude entstand.

Das 2015 eröffnete Erika Fuchs-Haus zieht Menschen in die Stadt, die sich alle begeistert zeigen vom Museumskonzept, vom ‑shop, von der Bibliothek und von den wechselnden Ausstellungen. Auch die städtische Galerie im Alten Rathaus ist ein Highlight. Das Hallenbad wurde 2021 nach umfassenden Umbau- und Sanierungsmaßnahmen von Bürgermeister a.D. Hans Peter Baumann wiedereröffnet, es ist im Winter für Schwimmer attraktiv, im Sommer lockt das Waldbad Schiedateich mit bewirtetem Kiosk.
Das Winterling-Areal wurde modifiziert und beheimatet nun neue Mieter, das Kantinengebäude mit Pförtnerhaus, Saal und Wohnungen – 1938 als sogenanntes Gefolgschaftshaus errichtet – wurde 2016 abgerissen. Hier befindet sich nun ein Drogeriemarkt, den sich die Schwarzenbacher lange wünschten.
Ich freue mich auf die Fortführung [der Zusammenarbeit im NöFi].
Michael Haas
1. Bürgermeister von Schwarzenbach a.d. Saale
Der neue Bürgermeister Michael Haas: „Stadtentwicklung ist ureigene Aufgabe jeder Kommune und doch steht die interkommunale Gemeinschaft des Nördlichen Fichtelgebirges seit 20 Jahren für erfolgreiche und sichtbare Zusammenarbeit. Gleiche Herausforderungen wie Leerstände werden koordiniert angegangen, Kompetenzen und Ressourcen effizient genutzt und die Öffentlichkeitsarbeit vernetzt und informiert zielgerichtet. Davon profitieren Schwarzenbach und alle Mitgliedskommunen gleichermaßen.“
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Sparneck
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 17 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Der damalige Bürgermeister Gerhard Loy in Komm mit!-Ausgabe Nr. 3 (Dezember 2006): „Wir möchten nach 18 Jahren Dorferneuerung auch zukünftig unsere Politik darauf ausrichten, im Zentrum Baulücken zu schließen, unbewohnbare Häuser durch neue zu ersetzen und die innerörtliche Wohnattraktivität zu erhöhen.“
Einiges ist passiert in Sparneck, ganz besonders hervorzuheben ist das Projekt Münchberger Straße 1, wo ein echtes Zentrum mit großer Aufenthaltsqualität geschaffen wurde sowie der Erhalt von Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und die optimale Nutzung der ehemaligen Waldsteinapotheke, die mit viel ehrenamtlichem Engagement und Weitblick möglich war. Beim vielversprechenden Bauprojekt in der Weißdorfer Straße/Talstraße entstehen in vier Mehrfamilienhäusern 40 EOF geförderte Mietwohnungen in unterschiedlichen Größen.
Der heutige Bürgermeister Daniel Schreiner: „Vor 20 Jahren schlossen sich unsere Kommunen im nördlichen Fichtelgebirge zusammen. Was damals als vorausschauende Idee begann, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Der Interkommunale Verbund NöFi steht heute für Zusammenarbeit auf Augenhöhe, für Verlässlichkeit und für den festen Willen, unsere Heimat aktiv zu gestalten. Als Bürgermeister von Sparneck erfüllt es mich mit Stolz, Teil dieses starken Netzwerks zu sein. …
Uns ist es gelungen, über Gemeindegrenzen hinweg zu denken und zu handeln.
Daniel Schreiner
1. Bürgermeister von Sparneck
… Wir übernehmen heute, ich hoffe auch zukünftig, Verantwortung für unsere Region. Wir gestalten aktiv in den Verwaltungen, über die Politik und nicht zuletzt mit der Bürgerschaft und wir schauen zuversichtlich nach vorne. Zahlreiche Projekte wurden angestoßen und umgesetzt: von der Stärkung unserer Ortskerne über die Verbesserung der Infrastruktur bis hin zur Förderung von Lebensqualität und Zusammenhalt. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch einfach mal ‚Danke‘ an alle Beteiligten sagen!“
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Bad Weißenstadt am See
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 4 und 5 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Bayerns jüngstes Heilbad hatte zu Beginn der interkommunalen Zusammenarbeit noch keines der beiden Hotels. Den See als Juwel und Alleinstellungsmerkmal gab es damals genau 30 Jahre und man war sich 2006 sehr wohl bewusst, dass es sinnvoll wäre, aus diesem Gewässer mehr zu machen.
Die Einschätzung von Dr. Hartmut Holl, dem damaligen Leiter des den IEK Prozess begleitenden Büros für Städtebau, Würzburg: „Das Entstehen eines 200-Betten-Hotels am Weißenstädter See bedeutet für die touristische Entwicklung der Stadt Weißenstadt einen gewaltigen Schritt nach vorn. Aber auch für die ganze Region sind neue entwicklungsfördernde Impulse zu erwarten. Die Städte und Gemeinden des inneren Fichtelgebirges werden sich hierauf einstellen und die Chancen, die sich als Tourismus- und Freizeitregion ergeben, durch eigene attraktivitätsfördernde Maßnahmen gezielt nutzen. …
In Weißenstadt sollte vor allem die Altstadt mit ihrem Marktplatzensemble zu einem echten Anziehungspunkt für Besucher und Hotelgäste werden.
Dr. Hartmut Holl
Architekt und Stadtplaner [Zitat 2006]
… Mit der Neugestaltung des Marktplatzes und der Beseitigung der Brandruine, einem ausgebrannten früheren Gasthof in der Nähe des Marktplatzes, sollen für die Altstadt punktuell neue Impulse gesetzt werden. Ziel ist es, den Marktplatz neu zu beleben. Dies kann durch publikumswirksame Events, Freiraumgastronomie und eine stimmungsvolle Beleuchtung geschehen. Wichtig für den Marktplatz ist es auch, den LKW-Durchgangsverkehr umzuleiten. Außerdem kommt es der Stadt darauf an, das Hotel am See stärker mit dem Ort zu verbinden.“

Die Entwicklung von Bad Weißenstadt über die letzten 20 Jahre wurde und wird bis heute von drei Bürgermeistern begleitet und geprägt. Klaus Knies stieg in die ersten Planungen ein, Frank Dreyer begleitete Bau und Fertigstellung der Hotels und der neuen Kur- und Touristinformation und schließlich war es Matthias Beck, der die Urkunde zur Ernennung zu „Bad Weißenstadt am See“ entgegennahm.
Ohne Motor und Initiator Stephan Gesell wäre jedoch vieles nicht möglich gewesen. Der Erfolg gibt heute allen recht – nicht nur die beiden Hotels ziehen viele Menschen in die Region! Meilensteine bei der Weiterentwicklung von Bad Weißenstadt am See waren die Eröffnung des Kurzentrums Bad Weißenstadt am See (2007), die staatliche Anerkennung der Radonquelle als Heilquelle (2009), die Eröffnung des Besucherbergwerks Zinnerzgrube Werra und die Eröffnung des Siebenquell GesundZeitResort (beides 2016) sowie die Ausweisung eines zertifizierten Kurwaldes (2022).
Das Sahnehäubchen auf die jahrzehntelangen Bemühungen der touristischen Weiterentwicklung Weißenstadts bildete der 2025 verliehene Titel Bad Weißenstadt am See. Dieser positive Trend in Sachen Tourismus kann von einer Kommune nur gestemmt werden, wenn alles Hand in Hand geht.
Der aktuelle Bürgermeister Matthias Beck: „Die damalige Bewertung und vor allem den Weitblick von Dr. Hartmut Holl halte ich heute umso mehr für bemerkenswert. …
Bad Weißenstadt am See hat sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. Mit Mehrwert für unsere Gäste, aber natürlich auch für alle unsere Bürgerinnen und Bürger.
Matthias Beck
1. Bürgermeister von Bad Weißenstadt
… Dabei gab und gibt es bei uns kein Kirchturmdenken, ich bin sehr froh darüber, dass die gesamte Region, unser gesamtes Fichtelgebirge dabei mitzieht und am Ende auch davon profitiert. Wir Bad Weißenstädter sind stolz auf diese Entwicklung und zuletzt natürlich auch auf das Erreichen des höchsten Prädikates, welches ein Ort erreichen kann. Wir alle wissen aber natürlich auch, dass dies nur gemeinsam, als echte Teamleistung gelingen konnte und weiterhin auch kann.“
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Zell im Fichtelgebirge
Die Fotos in besserer Qualität finden Sie auf Seite 18 in der 200. Ausgabe des Komm mit!

Der Markt Zell im Fichtelgebirge trägt das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“, umgeben von viel Natur, einem tollen Freibad und schnell erreichbaren Naturschönheiten wie dem Hausberg Waldstein oder der Saale-Quelle und dem beliebten dem Bauernhofmuseum Kleinlosnitz mit seinen Höfen, Veranstaltungen und der Gastronomie, lässt es sich hier heute schön leben und das war auch schon vor 20 Jahren so.
„Wir sind ganz gewiss keine reine Industriegemeinde“, sagte der damalige Bürgermeister Albrecht Dietel in Komm mit!-Ausgabe 1, Oktober 2006, „unsere Stärken liegen ganz deutlich im Freizeit- und Tourismusbereich. Aber auch beim altersgerechten Wohnen in wunderschöner Lage haben wir mit dem Seniorenhaus einiges zu bieten.“ Wie die meisten der beteiligten Kommunen errichtete Zell an seinen Ortseingängen NöFi-Begrüßungstafeln. Sie wurden jeweils mit ortstypischen Symbolen gestaltet – im Fall von Zell mit Bärenfang, Waldsteinschüssel, Saalequelle und den Wolkenstierern, so der Spitzname der Zeller.
Der neu gewählte Bürgermeister Pascal Danzer: „Der NÖFI-Verbund zeigt, wie viel durch interkommunale Zusammenarbeit erreicht werden kann: …
Gemeinsam stärken wir [im NöFi-Verbund]unsere Ortskerne, fördern Digitalisierung, Sanierung und Lebensqualität in der gesamten Region.
Pascal Danzer
1. Bürgermeister von Sparneck
… Auch für den Markt Zell im Fichtelgebirge ist diese Partnerschaft eine große Bereicherung. Als neu gewählter Erster Bürgermeister freue ich mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit [im NöFi] und viele gemeinsame Projekte zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger.“
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